Die Reitstiefel pumpern durch die nächtlichen Räume, ohne auf Quarre anders als belebend zu wirken.
(Hier mache ich einen Punkt. Ein Zaudern erfaßt mich. Soll ich fortfahren?)
Quarre kommt sich vor wie ein pikfrischer Maimorgen.
Stunden vergehen (und ich täte vielleicht besser, mir die störenden Zwischenbemerkungen zu verkneifen), und Theo von Quarre zieht schließlich Galoschen über die Reitstiefel (du meine Güte, soll das etwa «humoristisch» sein? Ich lache!) und müht sich keuchend, das widerspenstige Ich in aberhundert Kniebeugen schlaff zu machen.
Der Körper will nicht, gut, so soll der Geist.
Theo öffnet den Bücherschrank und greift sich Felix Dahns unverwüstlichen «Kampf um Rom». Darin tummeln sich so viele Eigennamen, daß der Geist, breitgequetscht, in wirrer Konfusion entfleucht.
(Sinnlose Gehässigkeit!) (Das schöne Buch!) (Dämliche Unterbrechungen.) (Halt’s Maul!!) (Bitte fahren Sie fort:)
Aber auch die Lektüre verfängt nicht.
Theo schmeißt — der Morgen, grau wie alle Theorie (wieso?), graut grau in grau herauf — den «Kampf um Rom», komplett gebunden zum Vorzugspreise von 318 M., ein Barthaar eines echten Germanen gratis als Beigabe, sehr geeignet zu Geschenkzwecken, sollte auf keinem Büchertisch fehlen, hinter den Bücherschrank und spricht: «Wenn das bloß der Verleger nicht erfährt!» (Plumpe Verdrehung; denn der Verfasser vorliegender Geschichte ist es, der dies denkt!) (Weiter im Texte:)
Durch das Geräusch schrecklings aufgemuntert (und ohnehin sowohl wie sowieso) erhebt sich Hermann aus den Federn, der treue Diener des Herrn von Quarre. (Trauriger Mangel an Phantasie! Warum muß der Diener «Hermann» heißen? Archibald ist bedeutend ansprechender!!) Er (Hermann) sieht bekümmert nach dem Rechten und findet seinen Gebieterich in wabernder Verzweiflung. (Ich würde, was mich anlangt, ein anderes Beiwort wählen als wabernd. Mich bedünkt es, als gäbe der Herr Verfasser sich wenig Mühe. Er wird mit einer Stunde Nachsitzen bestraft werden.)