gez. Thomas Aldersen.“

Inzwischen langte die Silberflotte glücklich in Spanien an; wenn auch dadurch der Zweck der brandenburgischen Flottenfahrt nicht erreicht wurde, so mehrte doch das wiederholte Erscheinen gut ausgerüsteter brandenburgischer Kriegsschiffe im Atlantischen Ozean das Ansehen des Großen Kurfürsten. —

Nach dem Frieden von St. Germain trat Friedrich Wilhelm den von Raule unterbreiteten Vorschlägen der Gründung einer Afrikanischen Handelsgesellschaft näher.

Wiederum mußte der Fürst die Erfahrung machen, daß er bei den zaghaften Kaufleuten seines Landes keine Unterstützung seiner auf das Wohl des Handelsstandes und des Volkes bedachten Pläne fand. Einigen unternehmenden holländischen Kaufleuten, die seine Untertanen wurden und zwei Schiffe, den ‚Morian‘ und das ‚Wappen von Brandenburg‘, nach der Küste von Guinea entsandten, gestattete er die Führung der brandenburgischen Flagge, gab ihnen Geschütze mit kurfürstlichem Wappen und zwanzig brandenburgische Soldaten.

Diese beiden Fahrzeuge machten im Herbst des Jahres 1680 unter dem Befehle eines Kapitäns Blonck ihre Reise und gelangten am Ende des Jahres glücklich am Orte ihrer Bestimmung, bei Axim in der Nähe des Kaps der drei Spitzen, an der Guineaküste an.

Besitzergreifung der Guineaküste durch die Schiffe Morian und Kurprinz.
Von Professor Hans Petersen.

Der Handel ging gut, die Neger stellten sich freundlich, und Blonck schloß mit drei Häuptlingen einen Vertrag, der bestimmte, für die Zukunft nur mit brandenburgischen Schiffen zu handeln.

Im März des Jahres 1682 ging die Gründung der Gesellschaft vor sich. Wiederum schickte der Kurfürst zwei Schiffe ‚Morian‘ und ‚Kurprinz‘ unter den Kapitänen Voß und Blonck hinaus; die Leitung des Unternehmens lag in den Händen des Kammerherrn Major von der Gröben.

Der Gewandtheit des vielgereisten Herrn von der Gröben gelang es, trotz des Widerstandes der Holländer, die die ganze Goldküste beanspruchten, zum gewünschten Erfolg zu kommen. An den Küsten von Guinea und Angola schloß er Verträge mit Negerfürsten ab und machte Erwerbungen. Im Jahre 1683 erstand an dem Vorgebirge der drei Spitzen die Feste ‚Groß-Friedrichsburg‘. Somit schien das Unternehmen zum Ärger der Holländer einen guten Fortgang zu nehmen, da stellten sich verschiedene Widerwärtigkeiten ein. Fast die ganze Besatzung des Forts erkrankte am Klimafieber, und zugleich kam die Nachricht, daß mehrere tausend Neger in feindseliger Absicht heranrückten. Aber Gröben verlor den Mut nicht. Es wurden schnell fünfzig Matrosen ausgeschifft, und mit dieser kleinen Streitmacht, sowie mit zweihundert getreuen Schwarzen erwartete er den übermächtigen Feind in der halboffenen Festung.