Der Fremde legte ihm die Hand auf die Stirn.

Bald glätteten sich die Züge. Sie wurden heiter, fast strahlend. „... Eine Ruhe kommt langsam, das ist der Schlaf. Es kommt wie ein Schatten über eine grüne Wiese. Es ist weiss und breitet die Arme aus. Ah, mir ist wohl!“ ...

Er nestelte sich dichter an die Brust des Andern. Der Fremde beugte sich über ihn und küsste ihn auf die Stirn.

Fritz Kuhlemann kam mit einem Blechgefäss voll Wasser. Er hatte es beim Eindringen in einen Zimmerhof gefunden. Ein wütender Hund war gegen ihn angekläfft, hatte ihm die Hose zerrissen. Seine Hand blutete vom Zerschlagen des Eises. Er sah schrecklich aus.

„Er braucht es nicht. Er ist todt,“ sagte der Fremde.

In der That war der Junge todt. Er sah aus wie ein schlafendes Kind. Ein süsser Ausdruck war in seinem Gesicht.

„Gestorben wie ein Hund! Wie ein Hund!“

„Er ist kein Hund. Er ist schön.“

„Und Du? Wer bist Du?“

„Kennst Du mich nicht, Fritz Kuhlemann?“