Sie streckte die Hand aus.

Ein gurgelnder Laut wie Tigergebrüll entrang sich der Brust des Burschen.

Der Fremde hatte die Hand auf den Tisch gelegt. Diese feine, blasse, bläulich geäderte, abgezehrte Hand bedeckte das Geldstück. Sie bildete eine Weisse auf der mit Bier- und Fettflecken besudelten Tischplatte.

„Komm’ zu mir!“ sagte der Fremde.

Er hatte sich aufgerichtet. Er stand ganz gerade. Die andere Hand, die nicht das Geldstück deckte, streckte sich gebietend vor.

„Komm hierher!“ befahl der Fremde.

Sie kam. Sie gehorchte. Wie mit durchgeschnittnen Flechsen schleppte sie sich. Sie kroch. Plötzlich schlug sie beide Hände vor’s Gesicht, mit einem dumpfen Schmerzenslaut sank sie in die Knie.

„Nimm Dein Geld!“

Der Fremde hatte den Thaler ergriffen. Er schleuderte ihn nach der Thür. Das Silber schlug hart auf, kugelte sich im Weiterrollen. Der Fuhrmann bückte sich gierig danach und verschwand.

Fritz Kuhlemann stand mit unter der Brust gekrampfter Hand. Es war der Blick des Mörders, mit dem er sah, der Bestie, des wilden Thieres.