„... Wie die vornehmen Damen, die aus dem Wagen steigen, die Näsen kraus ziehen.... Beten und trocknes Brot und Arbeit. Als ob wir’s nicht wüssten, wie die’s treiben!

„Warum ist denn Unsereins schlecht? Weil’s einen schlechten Rock anhat, einen billigen Hut trägt. Die sind nicht besser wie wir! Pfui!“

Sie spuckte aus.

„Einen Spatz hatte ich mal, den ich unter’m Baum fand. Hier im Kleid unter der Brust trug ich ihn. Den schlugen mir die Jungen todt.

„Schweine sind die Männer! Ach, solche Hunde! Hunde! Nicht mal Geld geben sie Einem. Aber schlagen! Sie stehlen’s noch von uns.“ Ihre Fäuste krampften sich megärenartig. Das junge Gesicht wurde erdfahl, verzerrt.

„Ich hab’ Klavier spielen gelernt. O, ich hatte mal Einen in der Georgenstrasse. Der war sehr gebildet. Sogar Verse hat er auf mich gemacht. ‚Du hast ja die schönsten Augen, Feinsliebchen, was willst Du noch mehr?‘“

Sie wiederholte die Worte liebkosend, den Oberkörper wiegend wie im Tanze. Sie blähte sich eitel.

„Warum sprichst Du nicht mit mir? Wenn ich einen Vater gehabt hätte, eine Mutter, kleine Kinder – – –

„Ich bin ganz zufrieden. Was kommt auch drauf an? Man schlägt’s so um die Ohren. Lustig gelebt und fröhlich gestorben, das ist dem Teufel die Rechnung verdorben.

„Tanzen, Zuckerzeug, fein riechen! Hübsche Kleider!