„Ach gehen Sie!“
Aller Augen folgten ihm, wie er gesucht dandyhaft quer durch den Saal chassirte. Die jungen Damen kicherten.
„Erlauben Sie, dass ich mich vorstelle.“ Der junge Mann verbeugte sich, forcirt vorschriftsmässig die Hacken zusammenschlagend.
Der Fremde sah ihn an. „Ich möchte mir eine Frage erlauben, Herr ...“ Er zögerte vor dem Namen, um dem Andern zu markiren, dass er seine Vorstellung erwartete. „Halten Sie es für Ihren und dem christlichen Grundgedanken entsprechend, Kriegsdienste zu nehmen?“
Der Fremde antwortete nicht.
„Ich betrachte die Frage ganz ernsthaft. Es steht doch in der Bibel: Du sollst nicht tödten. Wir versprechen unsre Feinde zu lieben, Böses [pg 104]mit Gutem zu vergelten. Christus nimmt Petrus das Schwert aus der Hand. Dennoch zwingt uns das Gesetz.“
„Welches Gesetz?“ fragte der Fremde.
„Nun, das bürgerliche, das des Staats, dem wir angehören.“
„Du gehörst nicht dem Staat, der Staat gehört Dir,“ sagte der Fremde.
„Aber das Staatsgesetz bestraft mich. Ich werde schuldig gefunden und verurtheilt, wenn ich mich weigre ihm zu folgen. Gehorsam gegen das Gesetz ist uns ebenfalls anbefohlen. Was soll ich thun?“