„Eine Art Allheilslehre,“ beruhigte der Confrater. Das Wortspiel zwischen „Leere“ und „Lehre“ amüsirte ihn. „Socialistische Moral des Christenthums. Das ist blos die Frucht. Der Glaube ist das Erste.“
„Ich glaube, dass die That das Erste ist.“
Jetzt sah der Superintendent wieder Fahrwasser. Er war ganz erfreut. „Das ist die Lehre von den Werken, das Katholische, Papistische, wogegen schon Lutherus sich auflehnte. Wir können aus uns selbst nicht gerecht werden.“
„Wir können wollen.“
„Und die Rückfälle? Das menschliche Gesetz bestraft sie. Wie wird sie Gott nicht strafen?“
„Wie soll Gott sie strafen, wenn sie in sich selbst ihre Strafe tragen?“
„Fatalismus,“ notirte der Confrater.
„Die Bösen! Die Bösen, Mann! Wie erklären Sie die Bösen?“
„Es ist ihr Unglück.“
Dem Superintendenten wurde in der That die Halsbinde zu eng: „Unglück? Und der, der kämpft, das Gute will, Gutes thut? Sollen die Guten keinen Vortheil vor den Schlechten haben?“