„Ich darf den Morgen nicht sehen. Ich habe grosse Eile, und dass ich hier bin, darf Keiner wissen. Das Licht nicht und nicht der weisse Nebel des Morgens, der dem Hahnschrei vorangeht. Durch die Nacht und den Sturm bin ich gekommen, weil es Nacht ist und Sturm in mir. Hörst Du die Weisen draussen? Es sind alle Geister der tollen Vergangenheit, die los sind. Sie singen mir von Stolz und Sieg und Macht. Ich sehe sie Alle, die dies Haus umkreisen und mit mir hierhergezogen sind. Sie tragen Rüstungen von Eisen und gehen langsam vorüber. Die Letzten haben Purpurmäntel und Einige reiten auf herrlichen Pferden. Einer trägt sein Haupt unter seinem Arm. – Warum sind sie grauenhaft und traurig wie diese?“
„Sie haben getödtet,“ sagte der Fremde. „Sie haben genommen. Sie haben gerächt und gerichtet.“
„Aber Viele haben Gutes gethan. Sie haben Ordnung gestiftet. Sie haben geschafft. Die Kraft ihres Hirns haben sie gegeben und die Stärke ihres Arms. Sie waren Väter und Erbauer.“
„Des Vaters Amt ist ein schweres. Viele führt in die Irre, der als ein Führer selber irrt. So er dieser Geringsten einen ärgert, besser wäre es ihm, er verlöre Leben und Leib. Der Baumeister, der nur einen Stein falsch wählt, gefährdet den Bau.“
„Das ist schrecklich. – Sie waren Erwählte unter den Menschen. Die Gnade von oben hat ihnen geholfen.“
„Es ist schwer, dass ein Reicher das Himmelreich finde,“ sagte der Fremde. „Die Gnade wird dem Demüthigen.“
„Man kann demüthig vor Gott sein und stolz vor den Menschen. Gott hat Könige eingesetzt.“
„Einen. Er hatte nicht, da er sein Haupt hinlegen sollte und ward in der Krippe gebettet.“
„Du denkst also, dass es ein Unrecht ist, ein Grosser dieser Welt zu sein?“
„Es stehet geschrieben: Wer unter Euch will ein Herr sein, der sei Aller Knecht.“