Wieviel andrerseits haben wir nicht zu geben, einzuweihen hinein!
Vorerst mein liebes, altes Templin selbst mit allen seinen Erinnerungen, seinen Schönheiten. Unsre Mark hat Schönheiten, ihre sehr intimen, keuschen Schönheiten, die sich nur dem Verstehenden enthüllen, dem Freunde, dem Liebhaber, dann die weite, schöne Gotteswelt, Italien, Norwegen – das Meer ...
Die Partenkirchner Tour war ihre erste Reise. Dann bin ich dankbar, dass ich reich bin, soviel Schönes erschliessen kann für mein Lieb.
Wie wird sie staunen vor den grossen Offenbarungen der Kunst, die kleine, barbarische Berlinerin, die nichts kennt!
Alle meine Lieblingsbücher will ich mit ihr lesen! Goethe, Gottfried Keller, Storm.
Selbst eine gute Patriotin soll sie werden, teilnehmen an den Hoffnungen und Schmerzen, die das Vaterland bewegen, stolz sein auf unser stolzes, grosses Hohenzollernhaus, unsern herrlichen, alten Bismarck.
Die Mama lächelt dann: „Sie sind ein vortrefflicher Mensch, lieber Achim!“
Ich bin so froh, dass sie mich Mathildens würdig finden.
Bin ich ihrer würdig?
Diese Frage beschäftigt mich sehr. Du weisst, ich habe nie ein ausschweifendes Leben geführt. Das Gemeine hat mich stets abgestossen, sowohl bei Männern wie bei Frauen, und keine künstlerische Verklärung, keine Sophismen der Leidenschaft es in meinen Augen zu übertünchen vermocht. Ihr [pg 33]verspottet mich oft mit meinen Ansichten, meiner Josephhaftigkeit.