Ob sie überhaupt eine Ahnung davon hat? Sie frägt nie. Ein süsses Vertrauen! Ich glaube, wenn ich ganz arm wäre, sie folgte mir ebenso willig und vertrauensvoll.

Das ist mir ein rührendes Gefühl. Ich mache ihr keine grossen Geschenke. Ich selbst bin immer einfach – Du kennst mich ja. Neulich trug ich meinen Handkoffer selbst vom Bahnhof, weil gerade kein Gepäckträger zur Hand war. Sie denkt am Ende, ihr Schatz ist ein armer Mann.

Ah, ein Königreich möchte ich haben, nur um es ihr in den Schoss zu legen! Sie griffe vielleicht nach meinem Kopfe: „Was soll mir das Königreich! Deine Liebe ist ja viel mehr als alle Königreiche.“

Darum bin ich glücklich, dass ich auch darin so reich bin. Ich habe meine Gefühle nicht vergeudet, keine fünfunddreissig weibliche Vornamen aus meiner Herzgrube herauszufischen, wie ein gewisser Freund von mir am Abend vor seiner Hochzeit. Sie hat noch nicht gelernt, die Liebe zu differenzieren, schlechte, ästhetische Unterschiede aus raffinierten Romanen von raffinierten Männern, die das Natürliche unnatürlich und hypernatürlich gemacht haben. Sie ist auch noch nicht herb und prüde geworden, wie manches arme, feine Mädchen, das sich verletzt in sich selbst zurückzog vor der Roheit [pg 80]und dem Cynismus der Welt. Wie einen königlichen Schatz, voll und ganz, empfängt sie, die Königliche, königlich.

Welch ein Frühling in unserm schönen alten Park, wenn der Flieder blüht und der Goldregen in lastenden, honigschweren Trauben herabhängt!

Wir werden viel Besuch haben – die liebe Mama, die Schwestern, die Kinder, Es soll wieder Leben kommen in unser altes Haus.

An Mutters Grabe unter den Fichten wird sie neben mir stehn. Sie wird uns lächeln.

Vielleicht ..........

Ach, Harry! kann’s denn soviel Seligkeit geben in dieser armen, engen Welt!

.... Vater sein! ein Eignes, Geschaffnes, von ihr, der Liebsten, der Meinen, in süssesten Schmerzen mir geboren!...