„Aber wenn er nicht will?“
„Männer thun immer, was man will. Papa thut auch immer, was Mama will.“
Dabei kommt auf ihre rosigen Lippen ein kleines, listiges, grausames Lächeln ....
Oh ja, der wird thun, was sie will.
Und es giebt Tölpel, die immer noch an die stärkere Thatkraft des männlichen Geschlechts glauben!
Nur die Franzosen: Ce que femme veut, Dieu le veut. Die sind überhaupt viel aufrichtiger in dem Punkte. Der Deutsche bramarbasiert sich was vor, der alte, naive Bar[pg 86]bar in ihm. – Und unsre Frauen sind klüger. Thusnelda lächelte kaum merklich, wenn Hermann Meth soff und Auerochsen spiesste.
Sie haben ja auch zuviel Machtmittel – die Verliebtheit! Und wenn die gar nicht mehr vorhanden ist – Es sind gewöhnlich ungeliebte Frauen, die den Pantoffel schwingen. – Das verliebte Weib ist unterwürfig. Das ist ihm Wollust: Die Tigerkatze, die sich streicheln lässt. – Der Kleinkrieg thut’s. Die Thränen, das Purren. Die Nerven geben nach. Alexander oder Cäsar beugt sich vor dem muffigen Gesicht, der schweigend heruntergewürgten Mahlzeit, der permanenten Nähe eines Hassenden, Vorwurfsgeschwollenen.
Nichts amüsiert mich mehr, wie das Streben nach offizieller politischer oder wirt[pg 87]schaftlicher Herrschaft bei diesem Geschlecht. Das sind hässliche Frauen, anmutlose Frauen, Zwittergeschöpfe. Das ist dumm.
Für Kokotten, Helenas, Kleopatras ruinieren sich Griechen und Trojaner, Antonius, – Nelsons, Gambettas, Boulangers alle Tage. Elisabeth, Katharina waren Genies, weil sie Weiber waren. Über Louise Michel und Frauenkongresse lächelt der armseligste Schneidergesell, den seine Frau prügelt.
Und mit Recht. Wie kann man die Wurzeln und das Mass seiner Kräfte so verkennen! Das ist wie die Königstigerin, die sich Hörner wünscht, um den Kampf mit dem plumpen Ochsen aufzunehmen.