– Herr Gott, Herr Gott! rief er aus, wenn ich nur nicht dahinein falle; das wäre mein Tod! Aber ich bin so im Schwunge, ich kann mich gar nicht halten!
So rief der Dreier in seiner Herzensangst und rollte immer weiter. Zum großen Glücke blieb er gerade am Rande des Rinnsteins liegen.
– Gott sei Dank! Es wäre doch zu schrecklich gewesen, wenn ich in diesen Abgrund gestürzt wäre! sagte der Dreier.
Bald darauf kam ein Vergoldergehülfe des Weges; er sah den Dreier, steckte ihn als gute Prise ein und trug ihn nach Hause. Da er nun heute noch eine Kette zu vergolden hatte und ein wenig von dem Golde übrig behielt, so nahm er den Dreier aus der Tasche und vergoldete ihn auch.
– Jetzt werde ich immer vornehmer! sagte der Dreier, als er sich besah, und in der That nahm er sich sehr schön aus.
Der Vergoldergehülfe mochte dies auch einsehen, denn er bohrte ein ganz kleines Loch durch den Rand des Dreiers, zog einen feinen Ring durch dasselbe und hängte ihn an seine Uhrkette.
– Das wird schön, sagte der Dreier zu sich, als er auf die Straße kam. Jetzt bin ich eine Schaumünze und kann alle Tage spazieren gehen.... Sehe ich nicht recht stolz aus! rief er allen Leuten zu, die ihn ansahn, als er so an der Weste des Vergolders hing. Ich bin aber auch von purem Golde!
Eines Abends ging sein Herr mit ihm über die Straße. Der Dreier sah, daß die Laternen mit ihm liebäugelten, und um sich recht zu zeigen, zappelte er in dem Lichtschein so arg an der Kette hin und her, daß der Ring sich öffnete und er auf die Straße fiel.
– Hochmuth kommt vor dem Fall! sagte ein alter verrosteter Pfeifendeckel, der neben ihm lag und ihn zappeln gesehen hatte. Ich bin auch einmal etwas Besseres gewesen, wir können uns zusammen trösten!
Der Dreier aber sah ihn hochmüthig an.