– Was so ein schlechter Pfeifendeckel wohl glaubt! sagte der Dreier zu sich selbst; ich werde mich hüten, mich mit ihm gemein zu machen!
Kaum hatte er das gesagt, da kam ein junger Taugenichts des Weges, er sah den Dreier und hob ihn auf in der Meinung, er habe ein Goldstück gefunden.
– Ei, ei! Ein vornehmer Dreier! sagte er getäuscht. Ich glaubte, du wärest ein Goldstück!
– Sie irren, rief der Dreier; ich bin wirklich von Gold!
Der junge Taugenichts überlegte nun, was er mit dem vergoldeten Dreier anfangen solle. Da es Abend war, ging er zu einem Trödler, von dem er wußte, daß er schlecht sehen konnte, und kaufte sich einen Sommerrock. Der Trödler nahm den Dreier richtig für ein Goldstück hin und zahlte dem Käufer noch zwei blanke Thaler heraus.
– Endlich doch Einer, der meinen wahren Werth erkennt! sagte der Dreier. Man muß sich nur nichts von seinem Ansehen vergeben!
Am andern Morgen schaute der Trödler in seine Kasse und wollte sich die Haare ausraufen, als er das falsche Goldstück erkannte.
Er nahm den Dreier, trug ihn auf die Polizei und verklagte den Betrüger, der ihm diesen gegeben. Der ward denn auch ausfindig gemacht, verhaftet und sollte vor das Geschwornen-Gericht gestellt werden. Der Dreier aber wurde dem Gericht übergeben.
Endlich kam auch der Tag, an welchem der Prozeß öffentlich verhandelt werden sollte. Der Dreier staunte nicht wenig, als die Richter ihn vor sich auf den grünen Tisch legten und er eine große Versammlung von Zuschauern auf den Gallerien sah, die mit Fingern auf ihn zeigten. Der arme Dreier schämte sich entsetzlich; er wurde zwar als unschuldig freigesprochen, aber die Blamage konnte ihm doch Keiner abwaschen, denn die ganze Stadt sprach von dem falschen Goldstück und in allen Zeitungen standen von ihm sehr ehrenrührige Dinge geschrieben.
Noch an demselben Tage ward er in Freiheit gesetzt. Er kam in mancherlei Hände, Alle aber betrachteten ihn mit großem Mißtrauen. Der Dreier grämte sich hierüber so sehr, daß er vor Schaam an einigen Stellen ganz roth wurde.