Endlich kam er zu einem Gewürzkrämer.
– Aha! sagte dieser; das ist ja der berüchtigte Mosje, der in dem Dreier-Prozeß eine Rolle gespielt! Den wollen wir doch unschädlich machen!
Er nahm also ein spitzes Instrument und bohrte ihm ein Loch durch den Leib, daß der arme Dreier vor Schmerz große Thränen hätte vergießen mögen; dann nahm er einen Nagel und einen Hammer, nagelte ihn neben mehre falsche Geldstücke auf den Ladentisch und schrieb mit Kreide daneben: »üb' immer Treu und Redlichkeit.«
– Da sollst du sitzen, bis du wieder ein ehrlicher Dreier geworden bist! sagte er zu ihm.
Und so oft Leute in den Laden kamen, betrachteten sie den armen Dreier schadenfroh und sagten: »Ah! ist das der berüchtigte Dreier, von dem in den Zeitungen stand?«
So vergingen viele Wochen. Der Dreier wurde vor Schaam immer rother, ja er hätte was darum gegeben, wenn ihm Einer das übrige Gold ganz abgenommen hätte.
Endlich eines Morgens klapperte ein Goldstück auf dem Ladentisch. Der Dreier wurde aufmerksam und erkannte denselben Friedrichsdor, mit dem er einst in der Sparbüchse gelegen.
– Ei sieh da! rief der Dreier. Kennen Sie mich nicht mehr?
– Muß sehr bedauern, antwortete der Friedrichsdor. Aber wenn ich nicht irre, sind Sie derselbe, der in dem berüchtigten Dreier-Proceß kompromittirt ist!
Damit wanderte der Friedrichsdor in die Kasse.