– Kiriwitt, Kiriwitt! sang er zur Probe... O, es geht noch! Du mußt nur erst wieder in Zug kommen, sagte er zu sich selbst... Kiriwitt, sang er ganz vergnügt, hob den Schwanz in die Höhe und flog von einem Baume zum andern.
– Arrah, Arrah! hörte er plötzlich unter sich schreien und erblickte einen großen, ganz schneeweißen Vogel, der hatte einen gelben Kamm auf dem Kopf, auf den er sich viel einzubilden schien. Und um ihn her saßen eine ganze Menge andrer bunter Vögel, die waren grün, gelb, grau und roth und stimmten ein gefährliches Geschrei an. Stieglitz meinte, wenn er sich nicht irre, müßten dies Papageien sein.
– Aha, dachte er, da sind schon welche von den Wilden! Du mußt ihnen nur gleich einen Begriff von der deutschen Bildung und Kunst beibringen. Wie man sich einführt, so wird man hernach beurtheilt. Was werden Die staunen, wenn sie Dich singen hören.
– Kiriwitt! sang er und setzte sich mitten unter die großen Vögel.
– Ei sieh doch, was bist denn Du für ein kleiner Knirps? fragte der große weiße Vogel. Was soll denn das heißen: Kiriwitt? Wir sprechen keine fremden Sprachen; wir sprechen hier nur englisch.
Und dabei fing er wieder an zu kreischen, daß dem Stieglitz ganz übel wurde.
– Pfui, Ihr solltet Euch schämen mit Eurem Geschrei; das ist ja, als wäre man in einer Judenschule. Ihr seid doch noch gar zu sehr in der Bildung zurück! rief der Stieglitz.
– Mit Erlaubniß zu fragen: was bist Du denn für Einer? sagte ein großer grauer Papagei.
– Ich bin ein Stieglitz und stamme aus einer sehr noblen Familie des Schwarzwaldes in Deutschland, antwortete der Stieglitz. Da ich aber hörte, daß man hier im Gesange noch so weit zurück ist, ja gewissermaßen sogar nichts davon versteht, so bin ich herübergekommen, um Euch in dieser Kunst zu unterrichten.
– Na, dann singe uns 'mal was vor! sagte der Papagei.