Man mußte sie speisen wie ein kleines Kind. Das Fleisch ward ihr offen vor lauter Liegen. Und weil sie nimmer schaffen und nimmer den Dienstboten nachgehen konnte, so wartete sie ungeduldig auf die Erlösung.

Als ihre Stunde kam, stand der Dullhäubel demütig an dem Bettfuß.

»Kasper, ich sterb,« seufzte sie. »Was wird aus dem Hof, wenn ich nimmer bin? Ich hab gespart. Wenn der Geier mir eine Henne erstoßen hat, bin ich ihm bis in den Wald nach. Ich bin geizig gewesen, keine Nuß hat man mir von unsern Haselstauden brechen dürfen. Ich bin ein Weib gewesen wie ein Sporn. Den Hof hab ich gehalten.«

»Das weiß ich, Altbäurin,« wisperte er, »und ich dank dir dafür.«

»Aber deine Mutter taugt nix,« tadelte die Alte. »Sie kann nur so weit zählen und rechnen, als ihr die Finger zu Hilf kommen. Am liebsten schlaft sie. Ordnung kennt sie nit. Mein Gott, wo soll sie denn die Ordnung gelernt haben?! Sie stammt aus einem Haus her, das ist mit Kuhfladen gedeckt. Ich bin allweil gegen die Heirat gewesen, aber der Isidor hat mir nit gefolgt. In der Seligkeit drüben werf ich ihm es noch vor, wenn ich ihn dort find. O es ist mir leid um den schönen Hof!«

»Ich werd mich schon kümmern,« schluchzte er, »ich versprech es dir.«

»Ach du!« winkte sie verächtlich. »Du hast die Faulheit von deiner Mutter geerbt. Allweil lehnst du in der Sonn umher und tust keinen Handstreich. Die Gurgel taufen und die Leut narren, das triffst du. Dein Leben stößt dich in Schulden. Schämst du dich nit vor den Leuten?«

»Mich gehen die Leut nix an,« trotzte er.

»So fürcht unsern Herrgott!«