»Nach Fuxloh sieht er nit. Fuxloh liegt hinter dem Herrgott seinem Buckel.«
»Du irrst dich, Kasper. Der Teufel äugt wie ein Stoßvogel. Hüt dich! Und tracht, daß du einmal am Himmelstisch essen darfst und trinken und des höllischen Feindes spottest. Ich will dich droben in der Seligkeit erwarten, und du mußt mir Rechenschaft legen über den Hof. Aber was nutzt meine Red? Du beutelst dich ab wie ein nasser Hund.«
»Ich will mich verbessern,« sprach er zerknirscht.
»Und noch eins, Kasper. Du bist jetzt ein gestandener Mann. Ein Weib tut dir not. Mit Schmerzen hab ich dir im Sommer zugeschaut, wie du den Graserinnen keine Ruh gegeben hast. Leugn es nit! Ich rat dir, nimm dir ein gutes Weib, die hausen kann! Wähl nit zu lang! Wer gar zu lang unter den Schaffen umgreift, erwischt zuletzt das Dreckschaff. Heirat nit so eine Flankin, die sich aufputzt und aufstutzt und sich am Werktag Löcklein und Schnecklein dreht! Nimm dir eine wie dem Mußmüller seine Wittib! Versprich mir es um des Hofes willen!«
Er reichte ihr die Hand, und dicke Zähren rollten nieder auf seine hirschledernen Hosen. »Ich versprech es dir. Alles Gute versprech ich dir.«
»Was heunst du denn?« beschwichtigte sie ihn. »Ich hab mir mit drei Dullhäubeln genug ausgestanden. Vergönn es mir, daß ich abgestandenes Weib aus Zeit und Leid in die ewige Freud hinfahr!«
An einem glasheitern Herbsttag, die elftausend Jungfern spannen im Himmel die Altsommerseide, und gelbes Laub mengte sich in das müde Grün, da legte man die Altbäurin ins Grab.
Jetzt ging es auf dem Hof nimmer schön zu. Der Dullhäubel sorgte sich um nichts und führte seinen schlechten Wandel weiter. Knechte und Dirnen wurden säumig, da sie die Augen der Altbäurin unterm Rasen wußten. Das Vieh röhrte vergeblich um Futter, der Stall wurde nicht ausgemistet, das Korn nicht gedroschen, das Haus war voll Schmutz.
Die Sanna, die Mutter des Bauern, wärmte sich den Rücken an dem grünen Kachelofen, schlief und aß und schlief wieder ein. Das Schicksal des Hofes rührte nicht an ihre schläfrige Seele.