An einem Wintertag sagte sie zum Dullhäubel: »Bub, jetzt bin ich vierzig Jahr in der Fremd, jetzt verlang ich wieder heim zu meinen Leuten.«

»Warum, Mutter? Es fehlt dir ja nix bei mir.«

»Ich hab mich in euer Leben da nie recht eingewöhnt. Und ich will mich von der Fremd ausrasten. Am Sonntag führst du mich heim.«

Sie ließ sich nicht halten, und er hielt sie nicht. –

Am Tag Pauli Bekehrung zog sich der Dullhäubel die Pelzhaube über die Ohren und schirrte das Roß vor den Schlitten. Darauf packte er Gewand und Federbett der Mutter und setzte sie warm darein. Nun fuhren sie bergan.

Hoch noch über dem hochgelegenen Grillenöd mitten in Geröllhalden und struppigen Wäldern war die Heimat der Sanna, das Siebenschläferhaus geheißen, die einsamste Einschicht im Gebirg.

Der Dullhäubel deutete mit der Peitsche hinauf. »Wird es dir nit zu rauh droben sein, Mutter? Droben ist es so kalt, daß sie am Tag vor der Sonnwend zum letztenmal und am Tag nach der Sonnwend zum erstenmal heizen.«

Der Hagbutzdorn brannte im blanken Schnee, schlohweißer Nebel wob in den Tälern drunten. In den Ebereschen schnabulierten bunte Pestvögel, und Elstern schätterten durch die gläserne Stille.

An einem Bildstock war zu lesen, daß an selber Stelle im Hochsommer ein Kohlenbrenner erfroren war. –