»Ich nit,« ächzte der Schmied.
»Ich schon gar nit, Didelmann!« rief der Dullhäubel.
»Kasper, dich juckt es,« redete der Sulpiz. »Aber hör auf mich! Es gibt keinen Mann, der das Heiraten nit tausendmal bereut. Der Pfarrer Hurneyßl selber hat gepredigt, daß so mancher bei seiner Hochzeit glaubt, er greift nach der Zuckerbüchse, aber derweil erwischt er die Pfefferbüchse.«
»Der Pfarrer hat leicht schelten,« antwortete der Dullhäubel, »der hat eine steinrabenalte Köchin bei sich.«
»Kasper, du bist ein lediger Bursch, du kennst die Weiberleut nit. Die kennst du erst, wenn du mit ihnen verheiratet bist. Vor der Hochzeit ist eine jede wie eine zugedeckte Schüssel.«
Der Didelmann nahm den Ziegel vom Feuer, schob ihn wieder unter den Brustfleck und erzählte dabei: »Anno eins, wie der große Wind gegangen ist, haben wir einen Bären gefangen. Der hat uns viel Schaden getan, drum haben wir uns beraten, was die grausamste Straf für das Vieh wär. Da ist ein uralter Mann aufgestanden, Irg Kolroß hat er sich geheißen, und der hat gesagt: ›Laßt den Bären heiraten!‹ Der Alte ist nit der Dümmere gewesen.«
Kichernd schlüpfte der Didelmann aus dem Gewölb.
»Der eine redet hü, der andere hott,« seufzte der Dullhäubel, »ich kenn mich nit aus mit dem Heiraten.« –
Das Frühjahr kam, die Bauern legten die Fäustlinge ab und schnitten das Moos von den Bäumen. Das Gras nahm zu. Da rannen die Maibrünnlein, der Hahn balzte und krugelte, der Wendehals rief schmachtend »woid, woid« und verrenkte sich vor Verliebtheit schier den Kragen. Der Guckauf raufte und hochzeitete. Lau wurden die Nächte, und der Mond schaute scheinheilig drein.