»Wohin denn in aller Nacht, du Allerschönste?« fragte er.

»Zum Bader um einen Blutegel,« erwiderte sie. »Ist das der richtige Weg?«

»Schleun dich nit so! Wer ist denn krank?«

»Dem Vater schwärt der Zahn. Du wirst ihn ja kennen, den Lukas. Ein Musikant ist er. Er haltet es nimmer aus vor Weh.«

»Der Lukas soll zum Fuxloher Schmied gehen, der reißt ihm zwei Zähne mit einem Griff,« riet der Bauer.

»Mein Vater hat schon alles versucht. Mit einem glühenden Nagel hat er sich den Zahn ausgebrannt. Es hat nit genutzt. Den Bart hat er sich wachsen lassen gegen das Weh. Mit einem Strick hat er den Zahn dem Stier an den Schweif gebunden; der Zahn hat sich nicht geruckt, eher wär dem Vieh der Schweif abgerissen.«

»Setz dich her, Dirn!« lud er sie ein. »Wie heißt du denn?«

Sie ließ sich zu ihm ins Moos hin, sittsam deckte sie die Füße mit dem Kittel zu. Der Mond lugte ihr in das derbe, frische Gesicht.

»Müd bin ich,« sagte sie, »übers Gebirg hab ich müssen. Mechel heißen sie mich daheim, der Schulmeister hat mich Mathilde Schellnober geschrieben. Und wer bist denn du?«