Wieder hub der Grazian an: »Es ist schad, Dullhäubel, daß Gott dich mit so einem guten, wirtschaftlichen Weib versorgt hat!«
»Bäurin, ich will gut tun, wenn ich wieder aufkomm,« gelobte der Dullhäubel.
»Ja, wenn die Zaunstecken blühen,« sprach sie unwirsch. »Du tätst es wieder treiben wie ehmals, die Händ schonen, die Weiber verfolgen, Vieh und Leut foppen. Ausgestanden hab ich genug mit dir. Ein Selbstler bist du gewesen, hast an Weib und Kind nit gedacht und an die Gemeinde nit, nur an dich und allweil nur an dich. Und eine lederne Röhre hast du im Hals, die brennt und muß feucht gehalten werden. So, jetzt hab ich dir es gesagt.«
»Gelts Gott, Bäurin, gelts Gott! Du hast die Wahrheit geredet,« wispelte er. Die Augen fielen ihm zu.
»Heilige Mutter Anna,« schrie der Grazian, »er wird schon blau! Der Teufel schreit juchhe.« Er stieß ein Gebet aus. »Lasset uns beten zu den heiligen drei Königen, sie sollen ihm den Weg weisen, er muß in die Ewigkeit wandern.«
Jetzt kam der Pfarrer mit dem Bader daher, und die Dirnlein drängten nach, neugierig und furchtsam.
Der Bauer tat die glasigen Augen auf und röchelte: »Pfarrer, Bader, der Tod geht mir zu.«
Der Wundarzt Gottfried Mehlstäubl staunte: »Sakerlot, du hast unglaublich viel Blut gekotzt! Mensch, mußt du vollblütig sein! Wo fehlt es denn? Hast du ein kaltes Fieber oder ein glosendes? Schüttelt es dich? Reißt es dich? Kratzt dich der Hals? Ist dir das Zäpflein gefallen?«
Der Kranke deutete auf den Magen. »Da in der Herzgrube tut es weh.«