»Hast du den Stuhl offen?« forschte der Arzt. »Hast du dich nit überfressen, Schlauch? Ja, der Fraß wühlt sich mit dem eigenen Rüssel das Grab auf. Die Runstadern sind dir geschwollen. Tu das Maul auf und zeig her deinen Schlung!«
»Im Bauch rumpelt es mir,« flüsterte der Bauer.
Der Bader entschied: »Du hast es auf der Leber. Eine jede Krankheit rührt von der Leber her. Du hast wohl einen kalten Trunk getan, he?«
»Bader, gib mir was ein, ein Pulver, einen Saft, daß ich am Leben bleib!« klagte der Dullhäubel.
»Halt das Maul, Wehdarm! Ich muß auch einmal sterben,« antwortete der Gottfried Mehlstäubl.
»Da schau meine unversorgten Kinder an und hilf!« Der Bauer deutete mit Kinn und Bart auf die zwölf Dirnlein.
»Kinder hast du in allen Größen wie eine Bodenstiege. Aber was nutzt das alles, wenn sich eine giftige Sucht einschleicht. Ich schätz, du überlebst die Stund nimmer.«
»Herr Pfarrer,« lallte der Dullhäubel, »richt mich her – für die Ewigkeit!«
Da drückte ihm der Grazian einen geweihten Rosenkranz in die Hand, die Ogath wischte mit dem Fürtuch über die Augen, die Kinder weinten.