»So, so, in einer fremden Pfarre, bei dem schwerhörigen Pater, und an dem Tag, wo die Roßdieb beichten gehen? Eine saubere Seel! Aber jetzt her mit deinen Sünden!«
Der Dullhäubel bekannte: »Öfter hab ich mich versündigt als Steine im Bach sind und Bäume im Wald.«
»Sieben Straßen laufen zur Höll, das sind die Todsünden. Hast du eine begangen?« forschte der Pfarrer.
Der Sünder sprudelte: »Gefressen hab ich, gesoffen, gerauft, gescholten, geschworen, gelogen und betrogen, die Weiber nit in ihren Ehren lassen, mit den Jungfern gescherzt, am Freitag bin ich fensterln gangen, den Leumund hab ich den Leuten genommen, verfrevelt hab ich mich gegen den heiligen Blaumantel. Jetzt weiß ich nix mehr.«
Dem Pfarrer wirbelte das Hirn. »Ein Gewissen magst du haben wie ein Scheuertor,« staunte er.
»Der Teufel hat mich im Schlund, reiß mich heraus, Hochwürden!« zeterte der Dullhäubel. »Bind mich los, bind mir die Sünden ab und öl mich!«
»Nur langsam, Dullhäubel, und hübsch eins nach dem andern. Hast du nit gejuchzt und gejodelt und gegalmt zur Unzeit und unzüchtige Rockenlieder gesungen?«
»Das hab ich alles getan, Pfarrer. Bind mich los!«
»Ich will dich nit dem Teufel zuteil werden lassen. Aber sag mir, hast du ein einzigesmal im Leben ein gutes Werk verrichtet?«