»Freilich, Pfarrer. Die Feiertage hab ich emsig gehalten, die abgeschafften auch. Und zwölf Christen hab ich in die Welt gesetzt.«

Der rüstige Beichtvater sah ihn verdutzt an. »Ah, so bist du gesotten? Du willst unsern Gott und unsern Teufel überlisten?« Und er holte aus und reichte dem Sünder eins auf den Schädel. »Dafür erlaß ich dir die Bußgebete, du alter Spaßvogel.«

»Das ist mir lieb,« sagte der Dullhäubel erleichtert.

»Jetzt geratest du halt ins Fegfeuer, Bauer, und das ist eine scharfe Lauge. Wasch dich drin, reib dir die Seel unverdrossen ab! Und fahrst du hernach in den Himmel, so führ dich gut auf, daß du meinem Pfarrsprengel keine Schand antust.«

»Ich werd mich doch nit zu dem höllischen Bären verirren?« verzagte der Kranke. »Ist es drunten wirklich so heiß?«

Der Pfarrer schaute den Dullhäubel ernsthaft an. »In der Höll ist es so heiß, daß die gepeinigte Seel, die den Kniffen und Kunstgriffen des Satans erlegen ist, gar kläglich herausschreit: ›Gebt mir ein Schmiedfeuer, daß ich mich dran kühl!‹ So kalt ist das irdische Feuer dagegen.«

»Ich riech schon lauter Brand,« wimmerte der Bauer. »O wär ich gesund, ich wollt anders leben! Einen Sack tät ich anziehen und wallfahren gen Maria-Dorn. Sterb ich aber,« seine Stimme versiegte schier, »so stift ich eine ewige Meß meiner Seel zum Trost, und dem Blaumantel, meinem Fürbitter, soll ein Wachsstock brennen hundert Jahr. O weh, wie schlecht wird mir jetzt!«

»Was ist, Dullhäubel, was ist?«

»Der Schleim steigt mir im Hals, ich erstick, ich krieg den Schleimschlag! O weh, von der Welt scheid ich, in die Höll spring ich.« Er rülpste, und das Blut sprudelte ihm wieder gräßlich aus dem Hals.

»Leut, er stirbt!« schrie der Pfarrer.