Zornig hämmerte der Meister auf das Eisen los. Es war nicht zu verwundern, daß die Kinder von Fuxloh den wilden Mann mit dem verworrenen Rußbart für den Teufel hielten.
»Hau zu, Schwarzer,« neckte der Dullhäubel aus wohlabgemessener Ferne, »hau zu und denk, du hast dein viertes Weib unter dir!«
Der Sulpiz schüttelte den Hammer. »Halt das Maul oder ich zerschmied dich! Was stehst du da wie eine Martersäul? Hast du daheim keine Arbeit? Was begehrst du?«
»Die Feuerzang sollst du mir leihen, daß ich meine Bäurin wieder einmal angreifen kann.«
Das gefiel dem Schmied. Er tauchte die Stange ins Wasser, daß sie zischte, und deutete auf eines von den Rußbildern. »Die erste dort, die Luzel ist es. Einmal fahrt sie zur Kirchweih nach Bärnloh, ich bin allein im Haus. Um Mitternacht klopft es an die Tür, steht ein Kohlschwarzer draußen, die Augen glosen ihm. Ich soll ihm den Rappen beschlagen. Ich schau das Roß an. Es hat zwei schwarze Zöpf geflochten wie die Luzel. Die zwei wilden Augen schauen mich an wie die Luzel, wann sie mit mir gerauft hat. Ich beschlag das Roß auf allen vier Hufen. Der Kerl springt drauf, sagt kein Geltsgott, und reitet dahin. In der Früh liegt mein Weib neben mir im Bett mit Hufeisen an Händen und Füßen.«
Der Sulpiz lachte, daß das Eisen in der Werkstatt klirrte.
»Du kannst leicht lachen, Schmied, dich martert nix,« sagte der Zahnwehmann und hielt sich den verbundenen Kopf.
»Schäm dich, Musikant,« tadelte der Rußige. »Du bist so stark wie ein Felsenbaum und dabei so ungesund.«
»Wer ist heutigentags gesund?« greinte der Lukas. »Ja, vormals haben die Leut mehr ausgehalten. Mein Vater zum Beispiel hat Glas gefressen, das Blut ist ihm aus dem Maul geronnen, er hat Bier darüber gegossen, und gut ist es gewesen. Bis er einmal so ein neuartiges Lampenglas gegessen hat, da ist er magenkrank worden. Das neumodische Teufelswerk ist nix nutz, das altwäldlerische Glas ist viel milder gewesen.« Und er wimmerte auf: »Weh und weh, mein Zahn!«
Der Schmied ließ sich auf den Amboß hin: »Duck dich her, Lukas!«