Da kauerte der Musikant auf die Erde, der Sulpiz klemmte den verbundenen Kopf zwischen seine Kniee und zog einen Schlüssel aus der Tasche.

»Tu das Maul auf! Welcher Zahn ist es?«

Ächzend deutete der Leidensmann in sich hinein. Der Schmied griff zu und drehte, daß ihm die Adern am Arm schwollen, indes der Geklemmte die vierzehn Nothelfer anschrie.

»Der Stockzahn rührt sich nit, der Teufel!« schalt der Sulpiz. Er fuhr dem Gepeinigten noch einmal ins Gebiß, und mit einem Ruck, daß schier der Amboß wankte, riß er einen mächtigen Zahn heraus.

»Du hast den falschen erwischt,« rief der Lukas, »das gilt nit!«

»Die Hauptsach ist, daß das böse Blut abgeht,« tröstete der Zahnbrecher. »Jetzt geh zum Misthaufen und speib das Blut aus!«

Der Musikant legte ein Sechserlein auf den Amboß. »Wenn es besser wird, trag ich den Zahn nach Maria-Dorn und häng ihn der Muttergottes mit einem seidenen Band um den Hals,« gelobte er.

»Und du lümmelst noch allweil da?« schnauzte der Schmied den Dullhäubel an. »Ich verdien Geld, und du versäumst dein Geschäft.«

»Ich kann nix versäumen, Meister.«