Plötzlich schrie sie hell auf: »Da schaut er heraus, der Tischler Franz, der mit mir hat Adam und Eva spielen wollen!« Und jäh sich besinnend, starrte sie den Dullhäubel neben sich an und packte ihn beim Bart. »Du bist es gewesen, Erdspiegler, der mir die Heirat versprochen hat!«
Es war die Mechel Schellnober.
Er begehrte auf. »So kommst du mir? Mir, dem Dullhäubel? Ich kenn dich nit. Ich bin ein verheirateter Mann. Willst du Unfried stiften in meinem Haus? Gleich fahr ab, du Lügenwachtel, sonst schrei ich um den Schergen!«
»Lügst du aber keck!« staunte sie. »Und du bist es gewesen, und wenn du auch leugnest wie ein Spitzbub. Ich kenn dich an dem kugelrunden Schädel, an dem roten Bart, an dem kurzen Hals. Denselben Filzhut mit derselben Schnalle hast du aufgehabt. Komm einmal ans Licht hinauf! Du willst dich weiß brennen, willst tun, als ob du die nackete Unschuld selber wärst.«
»Das bin ich auch. Und den Hut hab ich mir erst gestern gekauft, du zottige Gretel. Beweisen kann mir keiner nix. Und ans Licht geh ich just nit, mir ist warm, und im Keller ist es schön kühl.«
»So steig ich allein hinauf, Erdspiegler, und klag es deinem Weib.«
Da stieß er sie zurück und sprang ihr voran die Stiege hinauf, lief vors Haus und schrie: »Bäurin! Wabel, Reigel, Rosel! Kinder, kommt schnell! Stasel, Kathel, Liesel! Sakerment, mir fallen die Namen nit ein!«
Die Mechel erschrak, als sie auf einmal mitten in einem Ring von Jungfern und Dirnlein stand.
Mit dem Finger deutete der Dullhäubel auf sie. »Weib, Kinder, die mannsleutnärrische Schnudel da ist mir in den Keller nach, ganz putipharisch hat sie nach meiner Unschuld begehrt. Aber ich bin ihr nit ins Eisen gegangen.«