»Gibt es denn keine Wahrheit mehr auf der Welt? Hat der Schauer alle guten Leut erschlagen?« weinte die Mechel. »Erdspiegler, du stellst mich her, daß kein Hund mehr ein Bröckel Brot von mir frißt. Und du hast mir versprochen –.«
Er ließ sie nicht ausreden. »Sie hat die Bubensucht; sie lügt, ich hätt ihr die Heirat versprochen. Kinder, den Vater will sie euch nehmen, und dir, liebes Weib, den Ehmann!«
»Sie soll dich nur mitnehmen,« sagte die Ogath.
»Was? Das wollt ihr euch gefallen lassen?« Seine Stimme verstieg sich. »Und ihr jagt sie nit aus dem Hof?«
»Ich zeig dir schon, was es heißt, einen neuen Trieb kriegen,« lachte die Bäurin wunderlich. Und sie fiel mit den Töchtern über den Dullhäubel her wie Hündinnen über einen Bären, im Hui wälzte er sich, die Hiebe fielen wie ein Schlossenschauer über ihn, er konnte sich ihrer nicht erwehren.
»Blaumantel, hilf! Die Mannsleut müssen zusamm halten,« rief er.
»So, jetzt nimm dir ihn mit,« sagte die Bäurin zur Mechel, »wir schenken dir ihn herzlich gern.«
»Ich mag ihn nit,« antwortete die Fremde. »Und zu wegen seiner wird aus mir keine Klosterfrau. Die Welt ist kein Krautgarten, mein Glück wachst überall.«
Mit trotzigen Schritten ging sie davon. –