Da wurden die andern in ihrem Lied langsam irr, eine Stimme nach der andern verzagte und hörte auf, bis zuletzt nur des Dullhäubel traurig gezogene Weise sich behauptete.

»Was irrst du uns?« schalt der Grazian betrübt.

Die Weiber redeten erbost auf den Störenfried ein. Der aber sagte: »Ich sitz auf meiner Wies, und auf meinem Grund sing ich, was mir gefallt. Ihr habt wie die Nattern gesungen. Was braucht ihr das neumodische Schnaderhüpfel? Mein Lied ist allweil gesungen worden, seit die Kapelle steht, und bleiben soll es, wie es bräuchlich gewesen ist.«

Da konnten die Fuxloher nichts dawider reden, sie verzichteten auf den neuen Gesang, und der Grazian hub eine Litanei an. Doch auch sie stockte bald, und besonders die Weiber wurden verwirrt und des Betens überdrüssig, weil der Dullhäubel mit starrem Blick sie anschaute, als wolle er sie verzaubern. Es wurde ihnen angst.

Schließlich begehrte der Grazian auf, dem die ganze Andacht verdorben war: »Was schaust du so unsinnig her?«

»Mein Schemel ist aus neunerlei Holz,« sagte der Schelm.

»Ist das eine Antwort auf meine Frag? Wie steht es mit deinem Hirn?«

»Wer auf einem Schemel aus neunerlei Holz sitzt, sieht alle Hexen.«

Die Weiber fuhren auf wie gestörte Wespen. »Er beleidigt uns alle!« schrie die Burgermeisterin.

»Du sei still,« warnte der Dullhäubel, »ich schau auf deinem Kopf ein Krähennest.«