Da war ihm, der Blaumantel werde in dem angeschwollenen Bach lebendig und drehe teuflisch den Kopf nach ihm zurück, rühre die Arme und schlage Räder im Wasser.
Am andern Abend, der Mond hing dürr und krumm und armselig überm Vogeltänd, da kam die Wabel aus dem Dorf herunter gelechzt: »Bauer, ein ganzer Schober Leut rennt daher, den Blaumantel begehren sie von dir, Gabeln und Drischeln tragen sie und wollen dich erschlagen.«
»Du hast in ein Wespennest gestriegelt, Bauer,« sagte die Ogath.
Dem Dullhäubel rann es kalt über die Haut. »Verrammelt das Tor!« rief er.
Seine Leute schleppten Eggen und Pflüge herbei und sperrten das Tor mit Ketten, Wagen und Wiesbäumen. Die Fenster waren durch eiserne Gitter gesichert.
Der Bauer selber stand am Dachboden und hielt zum Guckloch den Schießprügel hinaus, womit die Erzväter gewildert hatten. Sein Weib betete drunten, betete um einen glücklichen Ausgang, die Kinder knieten totenblaß um sie.
Schon trampelten die Feinde den Waldweg daher, wie die Wölfe im Winter kamen sie. Sie läuteten mit Kuhglocken, bliesen und lärmten.
Dreschflegel ragten über sie hinaus, Sensen, Hellebarden und abgedankte Spieße. Die Gesichter waren berußt oder mit Moosbärten verhüllt, ein tückischer Mummenschanz. Immer stärker wurde ihr Geschrei: »Hin muß er werden! Haar und Kopf muß er lassen, der Schelmenbub!«
Jetzt stauten sie sich vor dem Gehöft, und der Dullhäubel sah sie genauer. Es wimmelte und wibelte drunten. Die Hüte hatten sie mit Reisig besteckt, die Röcke verkehrt, Männer hatten Weiberkittel an. Einer hatte ein Hirschgeweih vor die Stirn gebunden, andere deckten sich hinter hölzernen Larven oder trugen alte Kriegshelme oder stülpten sich Körbe über den Kopf. Einer trug sogar einen Schnabel, die eiserne Unzier, wie sie böse Weiber vorzeiten hatten tragen müssen am Pranger.