»Leut,« schrie er, »jetzt hat einer von euch den Kaiser beleidigt. Drauf steht die härteste Straf, der Tod durch Pulver und Blei. Der mit dem langen Schnabel dort und mit dem dicken Bart, der Longinus Spucht ist es gewesen, der dem Kaiser die Arbeit geschafft hat. Und du, Glöckelbauer, Burgermeister von Fuxloh, hast dazu mit dem Kopf beifällig genickt, hast ihm Recht gegeben. Wenn der Kaiser das erfahrt?! Und ihr andern, ihr steht da und habt es gehört und schlagt den nit gleich auf dem Fleck nieder, der das kaiserliche Erzhaus derartig beleidigt?«

Die Fuxloher wichen vor dem Spucht zurück wie vor einem Gezeichneten. Ihnen hingen zerknirscht die Köpfe, die wilden Vorsätze waren aus dem Geleis gesprungen. Ratlos schielten sie nach dem Burgermeister.

Der Schelm droben schmiedete sein Eisen. »Spucht, du weißt, was dir bevorsteht: Pulver und Blei! Du tust mir leid.«

»Du wirst doch den Spucht nit dem Schergen angeben?!« sagte der Glöckelbauer kleinlaut. »Das Angeben ist eine Schand, der Angeber steht gleich hinter dem Totschläger.«

Eine kleine Gestalt mit langer Nase löste sich von dem Schwarm und rannte in den Wald hinein.

Der Burgermeister meinte, er habe mit der Sache nichts mehr zu schaffen, und verschwand. Einer nach dem andern verzog sich, und bald war der Anger vor dem Hof leer, und die Dullhäubelleute räumten die Verschanzung weg.

»Die Bockmelker, die Nebelschieber, die Heiligenfresser! Mit der Feuerspritze gehen sie gegen den Mond los,« lachte der Schelm aus dem Guckloch. »Meiner Seel, wenn ein Narr vom Himmel fallt, soll er auf Fuxloh fallen, bei uns findet er die richtige Gemeinde.«


Der Longinus Spucht rannte so scharf und rastlos durch den Vogeltänd, daß ihm das Herz unbändig schlug und er fürchtete, es springe ihm aus dem Maul heraus.

Seither wurde er nimmer gesehen. Sein Weib suchte ihn eine Woche lang umsonst.