Der Lippenlix ging auch mit, weil ihm der Dullhäubel den Bart geschändet hatte. Er war ein solcher Spielteufel, daß er selbst im Gehen mit seinesgleichen Karten spielte, und nicht eher ließ er davon ab, bis ihm der Lukas Schellnober die Eichelsau aus der Hand schlug.

Weiter ging es.

Sankt Peter, der Wettermacher, grüßte aus seinem blauesten Fenster. Auf den Blockhalden glühten schlanke Weidenröslein, Stauden einsiedelten auf traulicher Heide, die Wiesen lagen rot und weiß und gelb gesprenkelt, und ihre tausend Tauäuglein glühten. Lerchenträchtig war der Himmel. Hasen reckten die Löffel aus Klee und Ginster, Spechte spähten, die Eichkatze staunte aus dem föhrenen Wald, der Grill lauschte im Gras auf, wenn die Bittfahrer vorübersangen. Bienen und schöne goldige Fliegen sumsten heimlich die Marienweisen mit.

Gar als der Kuckuck vom Berg jauchzte, da rief die Ulla, der sich die Welt auf einmal gar so unheimlich weit auftat, freudvoll aus: »Der Fuxloher Guckauf ist mit auf der Wallfahrt, ich kenn ihn am Schrei!«

An einem Hang voll gelber Rainblumen hoch oben auf einer Säule stand ein Steinmann, mit den Füßen mitten drin in einem Strahlenkranz. Ihn hießen sie den heiligen Grobian, weil er der Straße und ihren Wandersleuten den Rücken kehrte.

»Das ist eine Wundersäule,« sagte der Grazian, »sie dreht sich langsam.«

Der Didelmann, der der älteste Mann von Fuxloh war, erzählte: »Vor fünfzig Jahren, ich denk es noch, hat der heilige Grobian mit dem Gesicht noch auf die Straße geschaut. Ganz langsam dreht er sich, alle Jahr gibt es ihm einen geringen Ruck. Merkt auf, Kinder, wenn ihr in fünfzig Jahren wieder da vorüber geht!«

Die Ulla aber redete: »Ihr sollt ihn nit den Grobian schelten! Wer weiß, ob derselbige nit durch sein Blut hat ins Himmelreich schwimmen müssen? Wer weiß, ob die schlimmen Heiden ihn nit mit Blei, Öl und Pech begossen haben?«