Und der Brunnkressenhannes seufzte: »Wenn nur der afrikanische Wind nit wehen tät!«
Glänzte irgendwo ein Wiesenbrunn auf, so stürzten sie darüber her und tranken. An den Bächen wuschen sie sich die staubigen Stirnen. Erlöst atmeten sie, wenn ein Hain seine Kühle über die Straße warf.
Einmal bildete sich der Grazian ein, er habe sich die Füße ausgekegelt. Er legte sich ins Gras, streckte die dünnen Beine in die Höhe und flehte: »Spucht, zieh an, aus Leibeskräften zieh an!«
Der Spucht ließ sich nicht bitten und rüttelte ihm die Gliedmaßen.
»Weh, du reißt mir den Fuß aus!« jammerte der Meßner. Er sprang auf und hinkte weiter.
Die Ulla aber hatte ihre Traurigkeit vergessen. Sie hub ein helles Lied an, das sonst niemand kannte, und drum blieb ihre spinnwebfeine Stimme einsam. Vor den halbgeschlossenen Augen schaute sie die heilige Frau, der ihr Kittel war aus Sonnenschein, und gegürtet war sie mit dem Regenbogen. Und die Ulla fügte lustige Triller und jähe Jodler in ihre Weise, sie konnte nicht anders als fröhlich singen, verstummt war die Qual des Gewissens, und das Herz schlug ihr hellauf vor glücklicher Erwartung.
»Wer hat denn nur das Lied erdacht?
Droben aus der Höh
es habens drei Engel vom Himmel gebracht.
Mariafrau, juchhe!«
»Hört der Ulla zu!« brummte der Schmied. »Ja, wenn die alten Weiber tanzen, hernach fliegt der Staub hoch.«
Sie trabten eine kühle Waldstraße hin. Örterweise warteten Kapellen, drin des gebundenen Heilands Leidensrast und Weg zur Schädelstätte gar wild und lebendig abgebildet war.