»Es muß einer da sein,« bestand der Dullhäubel. »Schau nur gleich nach in dem dicken Buch!«

Der Torwärtel raunzte: »Es ist ja möglich, daß früher einmal einer da heroben gewesen ist, der sich so geschrieben hat. Vielleicht ist er hinuntergefallen. Ich müßt den Herrgott fragen, der hat ein scharfes Gedächtnis.«

Jetzt zog der Dullhäubel aus der hinteren Schößeltasche seine Seele heraus, blies ein Stäublein Tabak davon weg und zeigte sie ängstlich vor.

Der Heilige rückte die Brille, schnüffelte an der Seele und krauste die Stirn. »Mein Lieber, du hast dich ganz und gar verirrt. Du gehörst wo anders hin. Schab deinen Weg!«

Dem Dullhäubel stand der Schopf geberg. An des Kapuziners Cochem abscheuliches Bilderbuch erinnerte er sich, an den höllischen Ofen, wo die Zerknirschten heulten und Pech spieen und ihnen der siedende Geifer aus den Lefzen spritzte.

Der himmlische Torwärtel tat eine Falltür auf, da ging der Höllensteig hinunter hundert Klafter tief, und des Dullhäubels Vorväter saßen ohne Ausnahme tief drunten auf einer glühenden Bank, den Hosenlatz hinten abgeknöpft, mit nacktem Sitz nach altem Erdenbrauch, und der Schwefel, den sie saufen mußten, rauchte ihnen greulich wieder aus der Nase heraus. Der Teufel kletterte eine brennende Leiter herauf und bellte: »Wau, wau!«

»Mach die schwarze Tür zu, Peter!« hüstelte der Dullhäubel, der höllische Schwefel kitzelte ihn in der Nase.

Doch der heilige Mann antwortete: »Bind dir die Seel fest ins Schneuztuch und steig hinunter! Sie warten schon.«

Dem armen Schelm ward blau und grün vor den Augen. Aber er gab das Spiel nicht verloren. Das Rubinglas nahm er herfür. »Da schnupf, Peter, daß du einen andern Sinn kriegst!«