Der Torwärtel liebäugelte mit dem Glas. »Der Tabak tät mir wohl. Da heroben wird keiner verschleißt, und wenn nix zu schnupfen ist, so ist das eine kleine Krankheit.«
»Du solltest mich doch in den Himmel lassen, nur ein Vaterunser lang,« begehrte der Dullhäubel. »Vor dem Blaumantel will ich einen Fußfall tun.«
Der heilige Peter nahm sich seine mannbare Nase voll. »Wundersam schmeckt der Tabak, der fehlt mir noch zur Seligkeit. Ich hab ihn mein Lebtag gern gehabt. Hau mir noch einen her auf die Hand! Anlehnen muß man sich schier, wenn man den da schnupft, sonst reißt er einen um.« Er blinzelte schalkhaft. »Was für ein Tabak ist es denn? Ein königlich bayrischer? Ein gepaschter, he?«
»Nur hineinschauen laß mich ins Paradeis, Schlüsselmann!« bettelte der Dullhäubel.
Den Heiligen hatte der brasilische Tabak ganz verwirrt, die Augen glosten ihm, und er tat das Tor auf.
Jetzt stand der Dullhäubel im himmlischen Glanz.
Da saßen alle die heiligen Bauernfreunde beisammen, der Wendel, der Liendel, der Isidor und der Steffel, und dengelten silberne Sensen, daß es wie ein vierfaches Glöckelspiel lieblich anzuhören war, und die Magd Notburga jätete in einem Krautgärtlein. Der Märtel und der Jörg ritten auf Milchschimmeln, die fraßen an dem fetten Wasen, der auf den Wolken wuchs. Andere Heilige stolzierten in seidenen Meßgewändern mit hohen Krummstäben auf der Sternstraße auf und ab, ein nackter Martersmann, dem silberne Pfeile in Stirn und Brust und Knie staken, lustwandelte lachend unter ihnen. Alle waren bloßköpfig, nur der heilige Rochus und der Dullhäubel nicht, die hatten den Hut auf.
Engel rauschten mit schneeweißen Flügeln. Die himmlische Regenbogenfrau schaffte am Spinnrad, einen goldgrünen Käfer im Gefältel ihres Kittels, und daneben spielte das Herrgottsbüblein Ball mit dem Weltapfel.
Der Himmelsgarten war umzäunt, auf jedem Zaunstecken saß und sang ein bunter Vogel, und das waren lauter selige Seelen.