Je ärger der Schalk, je besser sein Glück,
je größer der Dieb, je kleiner der Strick.

Herrgott, paßt denn der Bauerntrumpf da, der nixnutzige, der Tod und Teufel zum Narren gehalten hat, in deine lautere Seligkeit herein?«

Der Herrgott warnte mit dem Finger. »Peter, Peter, geh mit unserm Dullhäubel nit zu streng ins Gericht! Es müssen auch andere Leut um mich sein, nit nur lauter Heilige. Die Heiligen sind mir oft ein wenig peinlich gewesen.«

Und während der Herr mit seinem Knecht also sprach, trat einer auf den Dullhäubel zu und gab ihm derb die Hand. Der fremde Gesell trug einen altertümlich groben Bauernrock und Bundschuhe, und ein Spiegel hing ihm im Gurt; seine lichtblauen Augen funkelten mutwillig, sein Haar war gelb wie Stroh und darauf saß ihm statt des Hutes ein ruppiger, glotzender, krummschnabliger Ohrenvogel.

»Ich sollt dich kennen,« sagte der Dullhäubel und dachte nach.

»Du kennst mich,« kicherte der andere, »ich bin ja dein Bruder, der heilige Eulenspiegel.«

Er hielt dem Dullhäubel den blanken Spiegel vor. Der lugte hinein und sah sich drin rosig leuchten, und über seinem Scheitel hing ein runder, lustiger Heiligenschein.

Der Herrgott richtete jetzt die grauen, frohen Augen auf ihn. »Dullhäubel, was willst du im Himmel anfangen?«

Der schalkhafte Mann leckte sich die Lippen und hob den listigen Bauernblick. »O Herr, wenn ich es wünschen darf, will ich im Sommer Schnee schaufeln und im Winter das Vieh hüten.«

»Zu meiner Rechten darfst du nit sitzen,« lachte der Herrgott, »du bist heut noch nit viel wert. Jetzt führ dich gut auf und laß dir einen milden, süßen Most einschenken.«