Um die Sinne der Kinder wieder an sich zu reißen und die bergüberschwellende Flut in einem verwogenen Bild auszulegen, packte er den Ast über sich und schwang sich in die Föhre. Er glitt aber dabei aus und stürzte. Zum Glück verhängte er sich mit den Füßen in eine Astgabel, die Kutte sank ihm über den Kopf verhüllend nieder und entblößte zwei dünne, borstige Beine, die von einem kurzen Lederhöslein nur spärlich bedeckt waren. Aus der Kutte heraus flehte er gedämpft um Hilfe.
Die Kinder meinten, das gehöre alles zu der biblischen Geschichte, drum rührten sie sich nicht, warteten und staunten. Schließlich kam der Hannes mit einer Leiter gelaufen und erlöste den Herrn Sebastian Knaupler aus seinem absalomischen Zustand.
Der Pfarrer wischte sich den Schweiß. »Kinder, für heut ist es genug. Habt ihr alles begriffen?«
Der Kasper hob die Finger in die Höhe. »Ich begreif nit alles.«
»So mußt du mich fragen, kleine Seele!«
Hellauf rief der Bub: »Was für eine Himmelssünd ist das, die Unkeuschheit?«
»Die Unkeuschheit,« brummte der Geistliche, »das ist, wenn einer die Hosen verkehrt anzieht. Und frag nit zuviel, Bengel, und bet zu deinem Schutzengel, er soll dich nit verlassen!«
»An den Schutzengel glaub ich nit,« sagte der Kasper keck.
»Warum nit?«