Der Lugaus und die Lugausin zischelten eifrig aufeinander ein und winkten und lächelten sich zu. Die zwei Leute glichen sich sehr, die breiten, runzlichen Stirnen, die kleinen, wackelnden Kinne, die langen Nasen, dünnen Lippen und gutmütigen Augen ähnelten einander derart, daß man nicht gewußt hätte, wer der Bauer und wer die Bäurin sei, wenn er nicht die Hosen und sie nicht den Kittel angehabt hätte.
»Lugaus, wie hast du denn dein Weib kennen gelernt?« fragte der Dullhäubel lustig.
»Ich bin zum Häusel hinein, und sie zum Häusel heraus, da haben wir uns begegnet,« lachte der Alte. »Und zwischen Sommer und Winter ist es gewesen: wie ich zu ihr gangen bin, ist die Welt grün gewesen, und wie ich von ihr heim bin, hat es geschneit, alles in einer Nacht.«
»Und was ist es mit dem Heiratsgut, Bauer?«
»Ich laß mich nit lumpen. Einen Strumpf voller Silber kriegt meine Tochter mit, zwei Küh und eine funkelneue Bettstatt. Und ein schönes Spinnrad laß ich ihr drechseln.«
»Sie taugt überall hin, die Ogath,« eiferte die Alte, »in jeder Kuchel kann sie stehen. Sie kann zwei Brühen kochen, eine süß, die andre sauer. Und gerichtet ist sie auch gut, sie hat zwei Schürzen, eine schwarztibetene und eine rottibene.«
»Bauer, Bäurin, das alles müßt ihr mir verschreiben,« begehrte der Dullhäubel.
»Du sollst es schriftlich haben. Gleich setzen wir miteinander den Heiratsbrief auf. Bäurin, bring Tinte, Feder und Papier, daß wir die Sach in Gang und Schwang bringen.«
Die Alte stellte ein Fläschlein rußiges Wasser hin. Aber weil sie die Gänse im Stall nicht aufstören wollte, gebrach es an einer Feder, und Papier fand sie nicht vor.
Da wandte der Lugaus die Tischplatte um. »Das ist jetzt das Papier.« Er reichte dem Dullhäubel einem Halm Kümmelstroh. »Da tauch ein, Müllner, in die Tinte und schreib! Ich und mein Weib sind keine Schriftgelehrten, zu unserer Zeit ist weit und breit keine Schul gewesen.«