Je näher sie Fuxloh kamen, desto glühender ward dem Schelm der Weg unter den Fersen. Er mußte die Ogath verscheuchen, sonst fiel ein Berg von Unheil und Spott über ihn.

Er schluchzte auf einmal kläglich auf. »Ogath, ich verdien dich gar nit. Kehr um, kehr um beizeiten! Ich könnt dein Unglück sein.«

»Ja warum denn?«

»O die Leut reden schlecht von mir! Aber es ist alles, alles nit wahr. Die Ehr schneiden sie mir ab ellenlang. O die Welt ist grundverdorben!«

»Gar so schlimm werden sie dir doch nit nachreden, Bub. Und ein wenig verzeih ich dir schon.«

»Ich schäm mich soviel,« plärrte er, und die Tränen rollten ihm übers Gesicht. »Die Leut sagen, daß ich – daß ich – schwanger bin.«

Er riß blitzschnell das Messer heraus, stieß es in eine Fichte, hängte den Hut daran und sprang in hohen Sätzen davon.

Ihr war um das schöne blaue Hütlein und um das blanke Messer leid, sie raffte die Sachen an sich und rannte ihm nach, und weil sie gar flink auf ihren rüstigen Beinen war, holte sie ihn ein, als er keuchend bei der Blaumantelkapelle rastete und bei dem Heiligen Hilfe zu suchen schien wie ein gehetzter Hirsch beim Einsiedel.

»Bub, Bub,« beschwor sie ihn, »wenn du so arg heuchelst, soll dich der Herrgott strafen. Schwör mir bei dem Heiligen da, daß du mich nit narrst. Der Heilige hat das Maul offen, steck die Hand hinein. Wenn du falsch schwörst, beißt er sie dir ab.«

Aber der Dullhäubel entriß ihr das Messer und fuchtelte damit irrsinnig im Wind herum. Taub gegen ihren Jammer, kniete er am Weg hin zu einem dürren Kuhfladen, zerschnitt ihn und reichte ihr schluchzend die Hälfte. »Ogath, nimm es an und trag es um den Hals zum Andenken!«