»Mein Herr und mein Gott!« rief sie aus und kehrte traurig um. Denn da war nimmer zu helfen. –

Daheim drehte sie die Tischplatte um, zu sehen, was der Bräutigam geschrieben hatte. Anstatt des Heiratsbriefes las sie einen Reim.

Drunt im wilden Moos
liegt ein totes Roß,
vorn und hint offen,
ist der Schwäher draus gschloffen.

Die Ogath rieb den Schandspruch mit einer Bürste ab. In ihrem Hirn blieb er brennen.

Sie schluckte den Zorn hinunter und schwieg Vater und Mutter gegenüber. Doch den falschen Buben wollte sie heimsuchen und ihm ein schweres Donnerwetter anheben.


Am Aller-Wetter-Herrentag ging die Ogath übers Gebirg nach Fuxloh, wo sie sich den Weg zur Mußmühle weisen ließ.

Dort vor der Tür auf einem eingegrabenen Mühlstein stand der Gid und zündete sich die Pfeife an. Zuerst rieb er das blauköpfige Zündholz hinten am Sitzfleck, hernach am Knie und an der Schuhsohle, schließlich spreizte er die Beine, bückte sich zu dem Mühlsteinpflaster und streifte daran, und als auch das kein Feuer gab, schleuderte er fluchend das Hölzlein weg.

Da stand die Ogath vor ihm. »Das Glöckel läutet, Mühlbursch. Schütt Korn zu, statt daß du da so langweilig spielst.«