Einmal abends saßen sie beisammen. Der Alte hatte die Stirn gerunzelt, er starrte in die Milchsuppe wie in einen Spiegel und vergaß zu essen.

»Die Suppe kühlt dir aus,« mahnte die Müllerin. »Ärger dich nit über das, was nit zu ändern ist!«

Der Alte drehte die trübe Stirn der Ogath zu. »Ja, Ogath, vormals hat es eine schöne Gerechtigkeit für uns gegeben: meine Vorfahrer haben von jedem Sack Getreid einen Zins einheben dürfen, und wenn ihn auch die Fuxloher in der Kuckucksmühl, in der Grillenmühl oder in der Samstagmühl haben mahlen lassen.«

»Heut sind die guten Gesetze abgeschafft,« tadelte der Gid. »Alle Ordnung ist zerfallen. Das wurmt mich.«

Die Ogath redete wie ein tröstlicher Geist. »Männer, den Stein, den man nit heben kann, laßt man liegen. Die Mußmühl wirft genug Geld ab und hat genug zu mahlen; sie könnt sich noch einmal so geschwind drehen, die Arbeit tät nit abreißen.«

»Es ist nit das allein, was mich betrübt,« raunte der Alte. »Aber jetzt rührt sich der Mühlteufel wieder. Bei jeder vierten Brut meldet er sich. Zuletzt ist er bei meinem Ähnel gewesen, – jetzt kommt er zu dir, Gid.«

Die Gichtische erhob sich ängstlich im Bett. »Hast du ihn gehört?«

»Jeden Samstag hör ich ihn, Weib, da plätschert er im Wasser unterm Mühlrad.«