»Ja, weil du der rotbartet Kasper bist,« knirschte der Gid. »Das muß ich mir ins Gesicht sagen lassen, Ogath. Dran bist du schuld.«
»Ich geh wallfahrten gen Maria-Dorn,« seufzte sie bang. »Vielleicht nutzt es.«
»Geh hin, wohin du willst! Ein Bub muß her.«
»Geh nacket in die Kindelkapelle, Ogath!« kicherte der Dullhäubel.
Der Müller wurde schneeweiß und packte einen Hammer, der auf der Türschwelle lag. »Ich erschlag dich, ich bin Gott einen Toten schuldig,« zischte er und sprang über den Bach.
Er war flinker als der Nachbar, und als er ihn gestellt hatte, schlug er mit dem Hammer blind auf ihn los und traf ihn auf die Achsel, daß er hin in die Binsen fiel.
Das Mühlrad ging auf einmal viel lustiger und spottete: »Hat dich der Buckel gejuckt? Hat dich der Buckel gejuckt?«
Beruhigten Blutes kehrte der Gid zu seinem Weib zurück. »Den Grenzstein will ich heut noch mit Kalk frisch überweißen, weil ein schlechter Kerl drauf gesessen ist. Und ein Bub muß her, und wenn wir zwei solange drum wallfahren müssen, daß uns bei jedem Schritt ein Blutstropfen von der Ferse fällt!«
Indes raffte sich der Dullhäubel mit allerhand Gedanken an Schergen, Gericht und Zuchthaus aus der Wiese auf, tappte nach der wehen Achsel und schielte bös zur Mühle hinüber. »Blut ich, so klag ich; blut ich nit, so klag ich nit.«