Der Gid jagte ihn davon. –
Im Frühjahr gebar die Ogath ein Dirnlein mit dickem, rotem Haar.
Der Müller zerbiß sich die Lippen, er hatte einen Buben begehrt.
»Woher hat sie das rote Haar?« murrte er.
Er versperrte sich immer mehr in sich selbst. Seine Augen flogen scheu, die kargen Worte, die er redete, zauderten undeutlich an seinen Lippen. Oft brütete er stundenlang über dem Brief, der den Vorfahren Zins und Kundschaft verbürgt hatte, und sann auf Wege und Schliche und Gewaltsamkeiten, sich wieder ins alte Recht zu setzen.
Einmal saß er am Fenster und quälte sich, eine Bittschrift an den Kaiser aufzusetzen. Denn im fürstlichen Schloß hatte man ihm gesagt, der Kaiser selber habe die Zwangmühlen abgeschafft. Er wollte mit der Schrift nach Wien reisen und dort, wenn es nicht anders ginge, einen Fußfall tun.
Da holperte draußen auf der Straße ein Wagen daher, der Fuhrmann pfiff gell und knallte ohne Aufhör mit der Geißel. Der Gid riß das Fenster auf und schaute hinaus. Es war der Dullhäubel. Seine Ochsen wollten den mit Kornsäcken beladenen Wagen vorüberziehen.
Aufsprang der Gid, packte die Urkunde und rannte hinaus.
Er trat dem Fuhrwerk in den Weg und hielt die Ochsen an, die Augen flirrten ihm.
»Kasper, wohin?«