Vor seinem Hof aber hockte die Ulla, sie ließ ihr zahnlücketes Lächeln spielen und grüßte: »Guten Morgen in aller Fruh, Bauer!«

Das alte Weib deutete er als übles Vorzeichen. Fluchend rannte er in die Stube zurück, tauchte alle fünf Finger in den Weihbrunn und besprengte sich kräftig, daß alles Gelüst des Teufel zu schanden werde. Dann schlich er zur Hintertür davon und ging in einem weiten Ring um das Bettelweib. –

Der Gerichtshof schaute ganz anders aus, als wie der Dullhäubel geträumt hatte. Es war eine sonnige Stube, drin auf grünem Tisch zwischen zwei Kerzen das Kreuz mit dem angenagelten Herrgott stand.

Der Richter hatte einen breiten Goldbart, eine rötliche Nase und graue, scharfe Augen, die einen durch Mark und Bein schauten.

Der Schreiber, dem zwischen den Augenbrauen eine mächtige Warze saß, zog eben den Pfropf aus einem Tintenfläschlein. Neben ihm glänzte eine schneeweiße Gansfeder.

Als der Dullhäubel in die Stube trat, war der Müller schon drin. »Holla, gefehlt ist es,« dachte der Bauer, »jetzt ist mir der Kerl zuvor kommen!« Doch hoffte er die Scharte auszuwetzen, und er grüßte artig: »Gelobt sei Jesus Christus, Herr Gerichtshof und Herr Schreiber!«

Er wollte auch den Mann neben der schneeweißen Gansfeder ehren, denn wie leicht konnte der ein Wörtlein in seine Schrift rinnen lassen, das einem das Genick brach.

Der Goldbart murrte etwas und deutete ungeduldig auf einen Sessel. Doch der Dullhäubel hielt es an der Zeit, seinen Trumpf auszuspielen, er holte das Tabakglas herfür und bot es mit zwinkerndem Blick auf die rötliche Nase dem Richter hin.

»Was unterstehen Sie sich?« brüllte dieser.