Der Gid hatte keine Farbe im Gesicht. »Du abgefeimter Fuchs,« sprühte er, »du drehst dem Teufel einen Knopf in den Schweif.«
Sie wüteten gen einander wie zwei leer laufende Mühlsteine, mit bösen Reden stachen sie auf sich ein, vergangene Zeiten öffneten sie und rissen die verweste Schande der Voreltern heraus.
»Du Lump!« brauste der Gid. »Und allsamt seid ihr Lumpen gewesen auf euerm Hof. Der Vater sauft sich zu Tod, der Ähnel sucht die letzte Rast am Strick, dem Guckähnel wird der Hirnschädel eingehaut, und wer weiß, wie viel von deiner Brut am Galgen gezappelt haben!«
Der Dullhäubel blieb nichts schuldig. »Du ehrlicher Müllner, dein Vater ein ehrlicher Mann, dein Ähnel, dein Urähnel, dein Guckähnel, lauter redliche Müllner! Kein Körnlein ist euch stecken blieben im Fingernagel, kein Stäublein Mehl ist haften blieben an euern Schürzen, keinen Sand habt ihr gemischt –.«
»Was? Du willst an meinem ehrlichen Gewerb schnipfeln?« Der Gid langte hinüber, wie der Bär nach Reiner dem Fuchs greift.
Schnell barg der Schreiber das Tintenfaß und sah sich nach der Tür um.
Dem Richter schien es genug. Er brüllte, daß die Scheiben klirrten: »Ruhe! Sonst laß ich euch dingfest machen und ins Zuchthaus schmeißen!«
Der Dullhäubel aber bäumte sich auf: »Hat der Gid geschworen, muß man mich auch schwören lassen!« Er schwang die rechte Hand in die Höhe und spreizte die Finger, die linke ließ er mit zur Erde gereckten Schwurfingern hängen; er glaubte, so müsse der Schwur ohne Schaden durch den Leib gehen, auch wenn er nicht ganz echt sei.
Der Goldbärtige schaute ihn mit einem Blick an, der ihm den Arm lähmte, und sagte halblaut: »Ihr zwei versteckten Lümmeln, augenblicklich versöhnt ihr euch, sonst laß ich euch krumm schließen, daß euch die Knochen brechen! Glaubt ihr, ich hab die Zeit gestohlen, daß ich mit einem groben Müller und einem spitzfindigen Schelm, der da kalt schwören will, herumschlage? Im Hui vergleicht euch! Und dann hinaus mit euch!«