»Wenn du ein gerades Weib wärst, die Augen frisch, die Wangen weiß und rot und glatt,« der Dullhäubel schnalzte, »und wenn du sonst am Leib schön fest und dick wärst, da könnt der Erdspiegel zehnmal sagen, daß du hexest. Niemand tät ihm glauben.«

»Das laßt sich nimmer ändern,« sprach sie traurig. »Und wenn ich noch so gut essen könnt, mein Leib ist alt und laßt sich nimmer frisch aufbauen.«

Da flüsterte er: »Und doch weiß ich einen Rat. Geh in die Altweibermühl!«

Wie Abendsonnenlicht glitt es über die enge Stirn der Ulla. »Ja, die Altweibermühl! Ich hab schon davon reden hören. Aber sie ist weit, meine Füß ergehen den Weg nimmer.«

»Geh in die Mußmühl! Der Gid mahlt dich blitzsauber und blutjung. Zweifelst du? Ich lüg dich nit an. Du könntest mich sonst mit einem Buschen Haberstroh erschießen in der Thomasnacht.«

Lachend trollte er sich.

Die Alte stand wie verzaubert. Noch einmal jung werden, Kraft haben in Händen und Füßen, klar und stark sein im Hirn, von den Leuten geehrt werden, tanzen und springen können, und es noch einmal und besser und schlauer versuchen mit dem Leben!

Sie ging im Ring um diesen lichten Wunsch, sie bestaunte ihn von allen Seiten und lugte scheu hin, wie ein Bettelkind durch die Zaunstecken in einen fremden, feinen Garten lugt voll edler Lilien und lieber Rosenstauden und Bäume mit gelbem Obst.

Sie glaubte es gern, daß es ein Mühlrad gebe, das die Alten wieder jung mahle. Wie hätten denn sonst die Leute davon reden können!