Sie packte vor Freude die Geiß bei den Füßen, hob sie auf und schwenkte und schleifte mit dem glotzenden Tier einen gelinden Tanz. –

Als sie am dritten Tag das Herz nimmer bezwang, nahm sie ihren Stecken und ging in die Mußmühle.

Den Weg hin pflasterte sie mit vielen Träumen, die holder glitzerten als der Tau an den Gräsern. Und die Vögel pfiffen die kreuz und die quer, der Baumhackel jauchzte wie ein Hochzeiter, der Himmel droben war glasblau, und die Erde war zart und freundlich wie ein Kränzelgarten.

Die Ulla wanderte die Erlen und Weiden entlang bis zum grünen Weiher, darein der Bach sich sammelnd und verrastend mündete.

Der Gid schleppte eben dem Glöckelbauer die Säcke in die Mühle.

»Bin ich da recht in der Altweibermühl?« fragte sie, und das Herz schlug ihr hellauf.

Der Gid ließ den Sack von der Achsel gleiten und schaute sie wild an.

»Die bringt der Mußmühl einen neuen Namen auf,« lachte der Glöckelbauer.

»Jung sollst du mich mahlen,« redete sie ein wenig scheuer. »Der Dullhäubel schickt mich her.«

»Zu Trutz und Neid tut er mir alles!« rief der Gid in weinerlicher Wut. Und er rollte sie an: »Komm mit!«