Sie beschwichtigte ihn. »Sei nit bös! Ich bin halt ein armes Fürwitzel.«

»Zum Altweibermahlen täten die Fuxloher freilich meine Mühl kennen, da fahret keiner vorbei.« Er stapfte grimmig voraus.

Im Vorderhaus standen einige Holzschuhe. Da schmeichelte die Ulla, den Zornigen zu begüten: »Ihr habt aber viel Holzschuh, da kommen gewiß auf jeden zwei.«

Er führte sie durch das zitternde Haus, und auf einmal weilte sie verwirrt an einem Ort voll staubiger Stiegen und Leitern, der Wellbaum drehte sich, die Gänge klapperten, volle Säcke lehnten aneinander, weiße Mehlhaufen waren aufgeschüttet.

Unheimlich rührte sich das Haus, belebt vom stürzenden Wasser, das das Wesen eines Geistes hatte. Unsichtbar irgendwo schwang sich das Mühlrad, vom Geschäufel zischte und fiel es. Die Aufschüttkasten schüttelten und rüttelten sich ruhelos, gespenstisch regte sich das Beutelwerk. Immer tosender schlapperte und klapperte alles, und der Ulla Herz schlotterte immer banger.

Eine Mehltruhe stand halb offen, und das Weiblein fürchtete, ein grauer Kobold könne herauskriechen und ihr ein Leides tun.

Und auf einmal schoß ihr eine gewaltige Angst vor dem Jungwerden ins Knie.

Soll sie die bittere Welt noch einmal durchreisen, jetzt, wo sie der Ewigkeit und ihrem Frieden schon so nahe ist? Sie sollte sich doch ihr Alter nicht so hart bekümmern lassen!

Und die Geiß daheim, die wird die Ulla nimmer erkennen, wenn sie jung und fremd dahertanzt. Die gute Geiß wird den Bart traurig hangen lassen.