Sie schrak auf. In dem Gebraus hatte sie den Müller vergessen.

Der packte sie grob und schwang sie über den Mühltrichter. »Soll ich dich fallen lassen?«

Sie schrie auf. Sie fühlte sich verschlungen, zermalmt unter den harten Steinen. Wild krampfte sie sich in des Müllers Rock. »Heilige Muttergottes, hilf! Breit deinen Reifrock aus! Ich will nimmer jung werden.«

Die Sinne vergingen ihr. –

Als sie wieder zu sich kam, lag sie am Weiher. Die Mühle brauste gedämpft, Mücken schwirrten.

Sie besann sich lange. Hernach wisperte sie: »Gott, wie geht es zu in deiner Welt!«

Voller Angst und Neugier kroch sie zum Teich hin, schlupfte durch die Felberstauden und schaute in den stillen, grünen Spiegel: da nickte ein altes, verschrumpftes Schwesterlein herauf.

Die Ulla hüpfte vor Freuden auf und bat die im Wasser um Verzeihung, daß sie sie schier um ihre grauen Haare und vertrauten Runzeln und ehrwürdigen Hände gebracht hätte. Ein Muttergotteswunder, so glaubte sie, habe den Frevel verhütet.

Als sie heim ging, lag der Dullhäubel vor seinem Hof am Wasen und reckte die Arme faul von sich.

»Der Müllner hat grob gemahlen,« spottete er. »Jetzt mußt du halt Wolkenschieben gehen auf den Hötschenberg in Tirol.«