Der Lippenlix aus Blaustauden murrte bös: »Gerad ist mein Krug voll gewesen, und jetzt ist er leer. Wirt, das geht nit mit rechten Dingen zu.«

Der Dullhäubel ließ sich frisch einschenken. Er kostete und spie aus: »Wirt, dein Bier ist abscheulich warm. Pfui Teufel!«

»Geduldet euch,« tröstete der Wirt, »gleich wird frisch angezapft. Jetzt kommt das Faß, wo die schwarze Katz drauf sitzt.«

Der Longinus Spucht stimmte das Rinaldinilied an. Er hatte einen rauhen, grimmigen Hals. Sein stockfinsterer Bart deckte die Brust weit hinunter, so daß er keinen Brustfleck brauchte. Wegen des finsteren Bartes war schon mancher Wandersmann umgekehrt, der den Spucht von weitem im Wald sah.

Der Brunnkressenhannes setzte sich zum Dullhäubel hin. »Mein lieber Freund,« sagte er, »in der guten alten Zeit ist es anders gewesen. Ich wünsch mir nix mehr, als daß wieder ein so kräftiges Bier gebraut wird wie vormals. Wenn man das Glas ausgetrunken hat, ist der Boden noch schneeweiß gewesen vor lauter Faum. So kräftig ist es gewesen. Heut bringt kein Bräuer mehr einen rechten Faum zusammen.«

Der Dullhäubel tat, als höre er nicht und kehrte sich ab. Da stupfte ihn der Hannes mit dem Ellbogen an. »Bauer, tu her ein Schnüpflein. Der Tabak ist ein magnetisches Pulver, das zieht die Nase an.«

»Setz dich nit an meinen Tisch,« antwortete der Bauer grob. »Du bist nur ein Häuselmann mit einer Kuh.«

»Lausig bin ich nit, daß du wegruckst von mir.« Der Hannes stand auf und trug beleidigt seinen Krug davon. »Freilich muß einer stolz sein, wenn er einen so großen Hof hat wie der Dullhäubel. Der Ofen allein ist dort so groß, daß der Bauer drei Paar Ochsen einspannen muß, wenn er die Bratschüssel aus der Röhre ziehen will.«

»Ihr werdet wieder solang wörteln, bis ihr rauft,« mahnte der Wirt scharf.